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20. Februar 2017

Opel-Verkauf an PSA

Bochumer Warenersatzteillager:

Beschäftigungssicherung bis Ende 2020

Am 14. Februar 2017 wurde bekannt, dass GM ihre Tochter Opel/Vauxhall an den französischen Autokonzern PSA verkaufen will. IG Metall und Gesamtbetriebsrat bezeichneten den Vorgang als "eine beispiellose Verletzung sämtlicher deutscher wie europäischer Mitbestimmungsrechte."

IG Metall und Betriebsrat fordern, dass bei einem Verkauf an PSA alle Tarifverträge ihre Gültigkeit behalten. Für Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern gilt bis Ende 2018, also noch 22 Monate, der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Für das Bochumer Warenlager ist im Tarifvertrag ein Erhalt aller 700 Arbeitsplätze bis mindestens Ende 2020 vereinbart.

DARAN WIRD NICHT GERÜTTELT.


17. Februar 2017

Rechtsstreit wegen Werksschließung

Gericht weist Klage ab

"Nicht nachvollziehbar!"

Nach über dreieinhalb Jahren Prozeßdauer hat das Landgericht Darmstadt am 17. Februar 2017 eine Pressemitteilung zum Rechtsstreit „Rainer Einenkel / Adam Opel AG, Az. 14 O 232/13“ veröffentlicht. Die ausformulierten Urteilsgründe liegen mir noch nicht vor. Aufgrund der Faktenlage ist die Mitteilung aber enttäuschend und nicht nachvollziehbar.

Das Verfahren begann anderthalb Jahre vor der Schließung des Bochumer Werkes.

Der Pressemitteilung zufolge ist die gegen den Beschluss des Aufsichtsrats der Adam Opel AG vom 17. April 2013 zur Schließung des Werks Bochum gerichtete Klage abgewiesen worden. Ich habe den Beschluss insbesondere mit Blick auf eine im Beschlussfassungszeitpunkt fehlerhafte Besetzung des Aufsichtsrats und wegen verweigerter Informationen im Vorfeld und im Zusammenhang mit der Beschlussfassung angegriffen. Das Gericht geht augenscheinlich davon aus, die formalen Argumente zur fehlerhaften Besetzung des Aufsichtsrats trügen die Klage nicht. Zu dem inhaltlichen Vorwurf, der Aufsichtsrat sei nicht hinreichend informiert gewesen und Fragen seien nicht beantwortet worden, hat sich das Gericht laut Pressemitteilung darauf zurückgezogen, der Beschluss habe die Schließung des Werks Bochum lediglich vorbereitet. Hierzu ist festzuhalten, dass seinerzeit auch die Führung der Adam Opel AG bereits am Tag der Aufsichtsratssitzung öffentlich erklärt hat, mit dem angegriffenen Beschluss sei die Werksschließung verabschiedet.

Die ausformulierten Gründe bleiben abzuwarten, bevor eine weitere Stellungnahme abgegeben werden kann.

Rainer Einenkel

Hier nähere Informationen zum bisherigen Ablauf des Verfahren

Klage gegen die Schließung


14. Februar 2017

Opel-Verkauf an PSA?!

IG Metall und Gesamtbetriebsrat

eiskalt erwischt

Aus der Erklärung der IG Metall und Gesamtbetriebsrat:

"Arbeitnehmervertretungen, Gewerkschaften und Beschäftigte wurden heute von den Gerüchten über einen möglichen Verkauf von Opel/Vauxhall an PSA überrascht. Wenn es den Tatsachen entspricht, dass Gespräche von GM mit PSA geführt wurden und werden mit dem Ziel, Opel/Vauxhall zu verkaufen, wäre das eine beispiellose Verletzung sämtlicher deutscher wie europäischer Mitbestimmungsrechte."

Das schreiben die Medien:

"Opel wäre der Verlierer!"

+ "Sollten die beiden Konzerne sich einig werden, wäre es wohl der nächste schwere Schlag für die Opel-Belegschaft. "Opel würde in einer solchen Konstellation am seidenen Faden hängen und könnte seine Interessen kaum durchsetzen", sagt ein Insider der Autobranche."

+ "Das Unternehmen ist gegenüber den Franzosen in einer sehr schlechten Verhandlungslage. Peugeot ist ein Unternehmen mit politischen Abhängigkeiten: Der französische Staat hält 14 Prozent an dem Autokonzern, auch der chinesische Staatsfonds besitzt Anteile. Frankreich steht kurz vor der Präsidentschaftswahl. Ein Wegfall französischer Arbeitsplätze durch den Zusammenschluss mit Opel dürfte für PSA nur schwer zu vermitteln sein."

+ "Könnten also wieder einmal Arbeitsplätze an deutschen Opel-Standorten wegfallen, so wie im Jahr 2014, als das Unternehmen den Standort Bochum dicht machen musste?"

+ "Beide sind zum allergrößten Teil europäische Anbieter, und beide bauen Massenautos, keine Premiumfahrzeuge. Der Zusammenschluss ergäbe nur dann Sinn, wenn Fabriken geschlossen und Arbeitsplätze abgebaut würden. Nach dem Bochumer Werk könnte es das Eisenacher Werk, das Werk Kaiserslautern oder ein anderes europäisches Opelwerk treffen."


Februar 2017

Richtfest für neues Warenlager

Opel wollte das Lager 2014 schließen

Richtfest für Warenersatzteillager

45 Monate nach der angedrohten Schließung des Bochumer Ersatzteilwerkes fand jetzt das Richtfest für das erweiterte Bochumer Warenverteilzentrum statt.

Zur Erinnerung: Im Mai 2013 verkündete Opel die Schließung des Bochumer Ersatzteilwerkes für Ende 2014. Durch den heftigen Widerstand von Betriebsrat, Gewerkschaft und Belegschaft wurde der Schließungsplan drei Wochen später zurückgenommen. Opel erklärte danach lapidar, "der Schließungsplan war ein Missverständnis der Opel-Presseabteilung".

Im Tarifvertrag wurde anschließend durchgesetzt, dass Opel 60 Millionen Euro ins Warenverteilzentrum investiert und zusätzlich 260 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Murat Yaman, Betriebsratsvorsitzender: "Wir konnten zusätzlich erreichen, dass für alle 700 Mitarbeiter der Flächentarif der IG Metall und eine Arbeitsplatzgarantie bis 2020 gilt."

Der Betriebsrat wird alles tun, damit das Bochumer Warenersatzteillager und die Beschäftigten auch danach eine Perspektive haben.

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Übrigens: Die Ende 2014 erfolgte (rechtswidrige) Schließung des Bochumer Fahrzeugwerkes war kein "Missverständnis der Opel-Presseabteilung" sondern wurde knallhart umgesetzt. Über 1.000 der damaligen 3.300 Beschäftigten sind weiterhin ohne Arbeit....

Der Betriebsrat hält weiterhin an der Forderung fest: Schaffung der von Opel-Vorstandschef KT Neumann schriftlich zugesagten 100 industriellen Ersatzarbeitsplätze!!!


Bochum, Februar 2017

3 Jahre nach der Werksschließung

Tausende weiterhin arbeitslos

"Über 1.000 ehemalige Bochumer Opelaner arbeitslos", vermelden die Zeitungen. Doch in Wahrheit ist es noch dramatischer.

Ende 2014 waren 3.300 Beschäftigte von der (rechtswidrigen) Schließung des Bochumer Werkes betroffen. 2.614 Opelaner wechselten in die Transfergesellschaft.

Bis Januar 2017 wurden nur ca. 900 in neue Jobs vermittelt. Ein Teil davon auf befristete, prekäre Arbeitsplätze.

Zusätzlich weitere 750 ehemalige Opelaner der sogenannten "rentennahen" Jahrgänge 1960 und älter waren nur bis Ende 2015 in der Transfergesellschaft geführt. Fälschlich wird behauptet, diese 750 "älteren" ehemaligen Opelaner, viele davon leistungsgemindert, seinen in Rente. Das ist Unsinn. Die Mehrzahl braucht und sucht Arbeit.

Im Klartext: Über 1.000 der ehemaligen Beschäftigten des Bochumer Opel-Werkes sind derzeit immer noch ohne Arbeit.

Zusätzlich haben weitere tausende Menschen in der Zulieferindustrie, Logistik und Servicebetrieben im Ruhrgebiet durch die Opel-Schließung ihren Arbeitsplatz verloren und sind arbeitslos. Diese Menschen erscheinen in keiner Statistik zur Opel-Schließung.

Fakt ist: Es gibt immer weniger qualifizierte Arbeit im Revier. Opel und viele weitere Betriebe streichen Arbeitsplätze und schließen Werke. Die Arbeitslosigkeit in den Ruhrgebietsstädten steigt.


Bochum, Januar 2017

Steuerzahler zahlen

für Opel-Schließung

Erst hat das Land NRW für die Ansiedlung von Opel gezahlt und jetzt zahlt das Land, also wir Steuerzahler, für die Folgeschäden. Bereits in der Vergangenheit haben Betriebsrat und Gewerkschaften aufgezeigt, dass die Kosten falsch gerechnet wurden und die Schließung teurer als von Opel angegeben sein wird. Übrigens ein wichtiger Punkt in der Klage am Landgericht Darmstadt gegen die Opel-Schließung.

Betriebsrat, Stadt Bochum, IHK, Gewerkschaften, Ruhr-Uni und Hochschule Aachen hatten vor wenigen Jahren konkrete Projekte vorgelegt, um auf freien Opel-Flächen neue Betriebe von Zulieferern oder auch für E-Fahrzeuge anzusiedeln. Es wäre billiger als heute geworden und hätte sicherlich die Schließung von Opel-Bochum verhindert. Das Unternehmen wollte es nicht. Hier ist die Politik und die Gesellschaft gefordert..

Weitere Informationen dazu unter Facebook

https://www.facebook.com/rainer.einenkel

Die aktuelle WDR-Meldung zur Sache:

Altes Opel-Gelände in Bochum verschlingt Millionen

+ Abriss läuft seit zwei Jahren

+ Kosten für Entwicklung des Geländes explodieren

+ Minus von 33 Millionen Euro errechnet

Der Bericht im WDR (hier klicken)

http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/altes-opelgelaende-wird-teurer-100.html


Bochum, 15. Dezember 2016

Aktuelle Informationen zum Tarifvertrag

- Das 3. Jahr TFG -

Einigungsstelle hat entschieden

Ende Dezember 2016 endet für ca. 1.000 ehemalige Opelaner die Transferzeit. Vielen droht dann die Arbeitslosigkeit. Für sogenannte Härtefälle wurde im Sozialtarifvertrag ein drittes Jahr TFG vereinbart. In einer Einigungsstelle unter Vorsitz von Martin Bertzbach, dem ehemaligen Präsidenten des Landesarbeitsgerichtes Bremen, wurde nun folgende Entscheidung getroffen (Auszug aus einer Mitteilung der IG Metall):

Anspruch auf ein weiteres Jahr in der Transfergesellschaft haben

1. alle Mitarbeiter/innen, die zum Stichtag 01.12.2016 einen festgestellten Grad der Behinderung von 70% und mehr haben

oder

2. alle Mitarbeiter/innen, die zum Stichtag 01.12.2016 einen festgestellten Grad der Behinderung von mindestens 50% oder eine Gleichstellung haben und gleichzeitig zuletzt bei der Adam Opel AG in den Entgeltgruppen 1 bis 7 eingruppiert waren.

Die betreffenden Mitarbeiter/innen erhalten in den nächsten Tagen die Vertragsunterlagen mit der Post zugestellt.


Zum Nachlesen der Text aus dem Tarifvertrag zur sogenannten "Härteregelung":

"Für einen noch zu spezifizierten Kreis von 100 Mitarbeitern kann im Rahmen einer Ausnahmeregelung ein weiteres Jahr Transfergesellschaft notwendig werden. Bei diesem Mitarbeiterkreis kann es sich lediglich um besondere soziale Härtefälle handeln. Ob und im welchem Umfang eine Regelung notwendig wird, entscheidet die Steering Committee in der 2. Jahreshälfte im Jahr 2016."

Dem Steering Committee gehören zwei Vertreter der IGM und zwei Vertreter der Firma Opel an.



Die Chronik in Bildern

"Deutschlands

größter Abriss..."

"Beim Abriss von Opel in Bochum - wohl dem größten Abriss in Deutschland derzeit. Fast alle Gebäude, ein komplettes Autowerk wird abgebrochen, zerkleinert ..., und in Säcke gepackt, wiederverwertet oder abtransportiert…" WAZ am 8.07.2016

Die Bilder vom Abriss und Umbau


Bochum, November 2016

Bochumer Opelaner:

"Rückgrat bewiesen

- Zeichen gesetzt"

Bochumer Opelaner geehrt

In einer Feierstunde wurde der ehemalige Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes mit der Ludwig-Fischer-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung (EAB), geehrt.

Der EAB-Landespräsens Pfarrer Dieter Heising betonte in seiner Laudation, dass man den Kampf um das Bochumer Opel-Werk verloren habe, "aber die Opelaner haben durch ihr unermüdliches und aufrichtiges Engagement für den Standort ein entschiedenes Zeichen gesetzt. Die Auszeichnung stehe für Menschen, die für berechtigte Interessen stritten und in schwierigen Situationen Rückgrat bewiesen haben und nicht den einfachen Weg gewählt haben."

Rainer Einenkel nahm die Auszeichnung auch stellvertretend für die Bochumer Opelaner entgegen. Er bedankte sich für die großartige Solidarität der Menschen in der Region und besonders auch der EAB, die in der jahrelangen Auseinandersetzung immer solidarisch an der Seite der Opelaner gestanden haben. "Diese Solidarität hat uns Mut und Kraft gegeben. Solidarität für unsere Region wird jetzt erst recht wichtig sein!"


Bochum, Oktober 2016

Edelstahlwerke

übernimmt Opel-Ausbildung

Im Sozialtarifvertrag hatte Opel schriftlich zugesagt, mit der "Initiative Lernfabrik" die heutige qualifizierte Berufsausbildung zu sichern und "als festen Bestandteil der Verbundausbildung zukunftsfähig zu gestalten". Die Lernfabrik soll gemeinsam mit der Ruhruniversität Bochum und Uni Dortmund eingerichtet werden.

Zum 1. September haben fünf Azubis ihre Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik im Warenverteilzentrum in Langendreer beginnen. Ein wichtiger Erfolg, den Betriebsrat und JAV durchsetzen konnten. Aber Fakt ist auch, dass Opel selbst aus der Berufsausbildung aussteigt und die Ausbildung durch die Karrierewerkstatt in Witten übernommen wird. Die Karrierewerkstatt gehört zu den Deutschen Edelstahlwerken.

Zu der vereinbarten "zukunftsfähigen Ausbildung" und "Initiative Lernfabrik" schweigt Opel…

Weitere Informationen zur Situation der Berufsausbildung gibt es in einem Flugblatt des Betriebsrates zu lesen.

Informationsveranstaltung Opel-Bochum

22. Januar 2013: Bochumer Opelaner versammeln sich wiederholt während der Arbeitszeit und fordern vom Opel-Management eine Zukunft. Hier die Auszubildenden aus dem Bochumer Werk II


Bochum, Oktober 2016

Vertragsbruch durch Opel

Scharfe Kritik von der IG Metall, Betriebsrat und ehemaligen Beschäftigten am Opel-Vorstand. In den Verhandlungen zum Opel-Werk Bochum konnte erreicht werden, dass neben dem Erhalt und Ausbau des Warenersatzteillagers weitere 100 Industriearbeitsplätzen für die gekündigten Opelaner garantiert wurden. Diese Zusage des Opel-Chefs Neumann für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze liegt schriflich der IG Metall vor.

Fast 2.000 der ehemaligen Beschäftigten des Bochumer Opel-Werkes sind immer noch ohne Arbeit (siehe Bericht unten). Esatzarbeitsplätze werden dringend gebraucht, aber Opel ist nicht bereit, die schriftliche Zusage zu erfüllen. Ein weiterer Vertragsbruch.


Bochum, September 2016

Opel - Kurzarbeit geht weiter

100 Zeitarbeiter müssen raus

Nachdem das Opelwerk Eisenach bereits seit Mai 2016 Kurzarbeit verfährt, wurde die Kurzarbeit nunmehr auch auf das Werk Rüsselsheim ausgedehnt. Kurzarbeit soll in den Werken Eisenach und Rüsselsheim bis mindestens Dezember eingesetzt werden. Als Begründung verweist Opel auf das Brexit-Votum in England.

Jetzt wurde gemeldet, dass in Opel-Eisenach über 100 Zeitarbeiter nicht weiterbeschäftigt werden. Der Betriebsrat hatte gefordert, dass die Zeitarbeitnehmer übernommen werden.

Erwähnenswert ist zur Kurzarbeit für Rüsselsheim, dass in diesem Werk die Bochumer Zafira-Produktion übernommen wurde und die Beschäftigten sich dadurch mehr Sicherheit erhofft hatten. Automobilexperten dazu: "Ohne Werksschließung und Bochumer Zafira-Produktion hätte Rüsselsheim schon längere Zeit gravierende Beschäftigungsprobleme gehabt!"

Betriebsrat muss zustimmen!

Der Arbeitgeber kann die Kurzarbeit nicht einfach anordnen. Der Betriebsrat hat in Arbeitszeitangelegenheiten ein zwingendes Mitbestimmungsrecht gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG.


Bochum, Juni 2016

Abfindungen: Opel verliert vor Gericht

Doch Opel bleibt stur und unbelehrbar

gegenüber der ehemaligen Belegschaft

Das Landesarbeitsgericht Hamm hat am Donnerstag, 2. Juni 2016, entschieden, dass behinderte Opelaner bei Abfindungen nicht benachteiligt werden dürfen. Bereits vorher hatte das Arbeitsgericht Bochum für die ehemaligen Opelaner eine positive Entscheidung gefällt. Im Schnitt geht es um ca. 36.000 Euro pro Mitarbeiter und eine Gesamtsumme von über 2 Millionen Euro, die Opel insgesamt den Beschäftigten zahlen müßte.

Nach dem Motto: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert!", hat das Unternehmen angekündigt, diese Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Hamm nicht zu akzeptieren und will nun eine Klärung vor dem Bundesarbeitsgericht.

Somit droht also weiterhin eine jahrelange Hängepartie und ein übles "auf Zeit spielen" zu Lasten der Menschen, die jahrelang bei Opel gearbeitet, den Profit des Konzerns gemehrt und oftmals im Betrieb ihre Gesundheit gelassen haben.


Bochum, April 2016

Aktuelle Informationen zum Tarifvertrag

Arbeitsbescheinigungen von Opel und TÜV

Die Agentur für Arbeit hat mitgeteilt, dass man zur Bearbeitung des Antrages auf Arbeitslosengeld u.a. die ausgefüllten Arbeitsbescheinigungen der Fa. Opel und der Fa. TÜV Nord verlangt. Es handelt sich also um zwei Arbeitsbescheinigungen.

Die Arbeitsbescheinigung von Opel wird von Opel (HR-Servicecenter 0800/1016729) erstellt.

Die zusätzlich bisher ausgestellten Arbeitsbescheinigungen vom TÜV-Nord waren nicht stimmig, werden vom TÜV Nord neu erstellt und bis spätestens 15.04.2016 bei der Agentur für Arbeit neu eingereicht. Das hat der TÜV mit Schreiben vom 4.03.2016 bestätigt. (siehe nächsten Abschnitt).

Arbeitslosengeld I nach der TFG

Nach der berechtigten Kritik an der Berechnung für den Arbeitslosengeld-Anspruch wurden vom TÜV Nord TFG neue Arbeitsbescheinigungen ausgestellt. Auf dieser Grundlage wird die Agentur eine Neuberechnung des Arbeitslosengeldes durchführen. Bis Ende April/Anfang Mai 2016 bekommen Anspruchsberechtigte einen neuen Bescheid zum Arbeitslosengeld rückwirkend zum beantragten Zeitpunkt. Das wird im Regelfall diejenigen betreffen, die zum 1.01.2016 Arbeitslosengeld bekommen. Die Agentur für Arbeit Bochum wird die umliegenden Arbeitsagenturen informieren.

Geltendmachung Urlaubsvergütung

Mehrere hundert Beschäftigte mit mindestens 25 jähriger Betriebszugehörigkeit haben inzwischen gegenüber der Adam Opel AG für das Jahr 2015 ihren Anspruch auf Abgeltung von 10 Tagen Urlaub und zusätzliches Urlaubsgeld geltend gemacht. Opel hat diese Ansprüche abgelehnt. Bisherige Klagen wurden in erster Instanz vom Arbeitsgericht Bochum abgelehnt. Gegen diese Ablehnung haben die IG Metall und privat beauftragte Rechtsanwälte beim Landesarbeitsgericht Hamm Berufung eingelegt. Es wurden noch keine Termine anberaumt.

Lt. DGB-Rechtsschutz ist mit den ersten Berufungsverfahren am Landesarbeitsgericht Hamm frühestens in der 2. Jahreshälfte zu rechnen.

Berechnung Bruttoabfindung für Pensionsbridge

Der DGB Rechtsschutz hat Klage eingereicht. Mit den ersten Terminen wird auch hier frühestens in der 2. Jahreshälfte gerechnet.

Gleichbehandlung Schwerbehinderte bei Abfindung (Pensionbridge)

Alle Klagen am Arbeitsgericht Bochum sind für die ehemaligen Opelaner erfolgreich ausgegangen. Opel ist in allen Fällen in die Berufung gegangen. Der erste Berufungstermin ist für Juni 2016 festgelegt.

Auswahl 3. Jahr TFG

Ob und in welchem Umfang eine Auswahl für ein drittes Jahr TFG erfolgt, entscheidet das sogenannte Steering Committee in der 2. Jahreshälfte 2016. Mehr kann man dazu im Tarifvertrag unter C. Ziffer 3.1.5 "Härteregelung" nachlesen.

Anspruchberechtigte auf Sozial-Tarifvertrag

Immer wieder wird gefragt: Für wen gilt der Sozialtarifvertrag? Für ALLE. Dieser Tarifvertrag wurde gleichzeitig vom Betriebsrat als Sozialplan und Interessensausgleich verabschiedet und trägt die Unterschrift des damaligen Betriebsrates/Betriebsratsvorsitzenden. Somit gelten die Regularien für Abfindungen, Pensionbrigde, Transferregelungen und sonstige Konditionen für ALLE Beschäftigte des Opel-Werkes Bochum, unabhängig von einer Gewerkschaftszugehörigkeit.


Bochum, Februar 2016

"Atmosphäre eines Friedhofes"

Ein lesenswerter Bericht in der Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung (BSZ) über einen Besuch im ehemaligen Bochumer Opel-Werk I und seine beeindruckenden Bilder, die jeden ehemaligen Opelaner und viele Menschen der Region tief bewegen. Der Link zur BSZ mit dem Artikel zum Opel-Werk unter 'Links'.

Der Autor und Fotograf Alexander Schneider schrieb dazu:

"Vor ungefähr zwei Wochen war ich im alten Opelwerk, das sich jetzt "Bochum Perspektive 2022" nennt. Der fast ikonische Schriftzug des Autobauers wurde inzwischen entfernt und macht somit Platz für neue Firmen. Eine von diesen steht seit Ende letzten Monats fest: Die DHL. Als Redakteur der :bsz (Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung) durfte ich dem ehemaligen Opelwerk noch einmal die letzte Ehre erweisen und kann Euch somit einen Einblick bieten, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Auch wenn durch den Nebel vieles nicht absolut scharf geworden ist, zeigt sich dadurch vielmehr die Atmosphäre eines Friedhofs, die vielleicht genau richtig ist."

Alexander Schneider hat uns erlaubt, die Bilder zu veröffentlichen. Fotos: Alexander Schneider; Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

August 2015

"Spaltung der Opel-Belegschaften gelungen!"

Der Fall Opel-Bochum

Im Dezember 2014 wurde das Bochumer Opel-Werk geschlossen.

Wie versprochen liegt die neue aktualisierte Opel-Chronik vor - mit neuen Fakten und Hintergrundinformationen. Eine Chronik des Widerstandes, Hoffnungen, Spaltung, großartiger Solidarität und den Leistungen einer stolzen Bochumer Belegschaft.

"Damit wir aus den Erfahrungen lernen und so etwas niemals wieder passiert," ein betroffener Opelaner.

Zum Sofortlesen:

Der Fall Opel

Zum Ausdrucken:

Chronik _ Der Fall Opel-Bochum [1.208 KB]

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Unbedingt anschauen:

Opel-Solidarität

Hunderte Solidaritätserklärungen haben uns erreicht...