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März/April 2019

"Rechtswidrige Schließung von Opel-Bochum"

Verhandlung am Oberlandesgericht Frankfurt

Neuer Termin: Entscheidung am 2. Mai 2019

Weihnachten 2014 wurde das Opel-Werk Bochum geschlossen. Bereits im August 2013 hatte der damalige Betriebsratsvorsitzende und Aufsichtsratsmitglied Rainer Einenkel am Landgericht Darmstadt eine Klage gegen den Beschluss des Aufsichtsrates, der die Schließung des Bochumer Opel-Werkes zur Folge hatte, eingereicht. Es geht dabei um die "Nichtigkeit" der Schließung des Bochumer Werkes. Das Landgericht Darmstadt hatte die Zulässigkeit der Klage bestätigt. Die Klage wurde einstimmig vom gesamten Bochumer Betriebsrat unterstützt.

Im Zuge der Verhandlungen verstrickte sich das Unternehmen immer stärker in Widersprüche. Dennoch wurde nach jahrelangen Verhandlungen am Landgericht die Klage abgewiesen. Dagegen wurde Widerspruch eingelegt. Am 17. Januar 2019 gab es dazu eine mündliche Verhandlung am Oberlandesgericht Frankfurt.

Kurzer Rückblick:

Durch die Schließung verloren 3.500 Opelaner ihren Arbeitsplatz. Betroffen waren weitere Unternehmen und Arbeitnehmer in Zuliefer- und Dienstleistungsbetrieben durch Schließung bzw. Personalabbau. Diese Auswirkungen belasten auch heute noch Menschen, die Region und viele Unternehmen.

Ausblick:

Die Diskussion um die Zukunft des Bochumer Werkes und die Schließung hat die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Opel-Konzerns verschlimmert, zu weiteren Marktverlusten geführt, die Arbeitnehmervertretungen in den heutigen Opel-Werken deutlich geschwächt und zu gravierenden dauerhaften Nachteilen auf Einkommen, Rentenleistungen und weitere Belastungen geführt.

In Untersuchungen zahlreicher Universitäten wurde nachgewiesen, dass die Schließung des Bochumer Opel-Werkes negative Auswirkungen auf das Markenimage und Kaufverhalten hatte und überproportionale Verluste im Ruhrgebiet bedeutet. Ein Ergebnis war der Verkauf von Opel an den französischen PSA-Konzern und die aktuellen Auswirkungen auf Opel-Werke Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach, Gliwice, Aspern und Ellesmere Port.

Ein Prozeßbeobachter: "Mit der rechtswidrigen Schließung des Bochumer Werkes kann sich ab jetzt kein Opelaner und kein Opel-Werk mehr sicher fühlen!"

Der Prozeß geht alle an! Es stimmt, wie man aktuell in vielen Werken erneut erlebt...

Über drei Stunden dauerte die mündliche Verhandlung am 17. Januar am Oberlandesgericht. Am 21. März 2019 wollte das Gericht eine Entscheidung verkünden. Diese Entscheidung wurde nun auf den 2. Mai 2019 verlegt.

(Weitere Informationen siehe unter "Der Fall Opel")


Aktuell:

Alters- und Hinterbliebenenversorgung

Die Bochumer Kontakt- und Beratungsstelle für betriebliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung wurde aufgelöst. Die Abrechnung, Verwaltung und Beratung für tausende Bochumer Opelrentner und Angehörige hat ab Januar 2019 die Firma Willis Towers Watson GmbH in Wiesbaden übernommen. Kontakt ist leider nur noch per Telefon, per e-mail oder schriftlich möglich. Inzwischn häufen sich die Klagen, dass die betriebliche Altersversorgung nicht korrekt oder gar nicht gezahlt wird und die Firma schlecht erreichbar sei. Wir hoffen, dass es nur Anlaufschwierigkeiten sind. Hier noch einmal die Kontaktdaten:

Die Adresse lautet:

WTW-Rentenverwaltung

- Adam Opel GmbH -

Postfach 2026

65010 Wiesbaden

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Tel: 0611-794-4399

Montag - Freitag von 9.00 - 12.00 Uhr

e-mail: gm-rentenservice@willistowerswatson.com


Fragen & Antworten zur

Betrieblichen Altersversorgung (OVK)

Unabhängig von der bedenklichen Entscheidung der Fremdvergabe erreichen uns immer wieder Fragen zur betrieblichen Altersversorgung. Aus gegebenen Anlass nachfolgend einige wichtige Fragen und Antworten zum Thema:


Betriebsratsvorsitzender Ralf Bakenecker

Dezember 2018

Neue BR-Spitze gewählt

"Spaltung der Belegschaft verhindern"

Nach 23 Jahren bei Opel scheidet der bisherige BR-Vorsitzende Murat Yaman aus dem Betrieb aus und wird zukünftig bei der Bezirksleitung der IG Metall tätig sein. In dieser Situation wurde die Spitze des Opel-Betriebsrates neu gewählt. Als neuer BR-Vorsitzender wurde Ralf Bakenecker (Liste "WIR-Gemeinsam") gewählt. Sein Stellvertreter ist Dirk Rettberg (Liste "Betriebskultur").

Als wichtige Herausforderung will der Betriebsrat und die neue Führung die Spaltung der Belegschaft verhindern. Bereits im Frühjahr hatte der Betriebsrat gewarnt, dass durch die vom Unternehmen geforderte Einführung eines Logistiktarifvertrages eine Spaltung der Belegschaft droht. Logistiktarifvertrag bedeutet eine drastische Verschlechterung der Einkommen, längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub und weniger Urlaubsgeld.

Nach den Vorstellungen des Unternehmens soll der Logistiktarifvertrag für neue Beschäftigte gelten, aber jeder weiß, danach droht eine Abwärtsspirale für alle Beschäftigte im Warehouse. Darum ist es richtig, dass die Betriebsräte gemeinsam diese Spaltung verhindern wollen.


September/Oktober 2018

PSA schließt Logistik-Zentrum bei Rieste (Niedersachsen)

Die neue Opel-Mutter PSA Peugeot/Citroen schließt im Frühjahr 2019 sein Logistik-Zentrum im Niedersachsenpark bei Rieste (Landkreis Osnabrück). Mindestens 80 Mitarbeiter verlieren dann ihren Arbeitsplatz. Der Betriebsrat des Werkes Rieste wird einen Sozialplan verhandeln.

Das PSA-Logistikzentrum in Rieste war übrigens neu errichtet und wurde erst im Frühsommer 2016 durch PSA in einer großen Feierstunde eingeweiht und bezogen. Jetzt wird es geschlossen.

Ob und in welcher Form die Arbeit nach Bochum kommt, "steht in den Sternen", schrieb die WAZ. Bereits 2016 hatte PSA und das Logistikunternehmen GEFCO einen Exklusivvertrag unterzeichnet. Der Vertrag regelt für die gesamte PSA-Gruppe die weltweite Verteilung von Komponenten für die Produktions- und Montageanlagen sowie den Transport von Fertigfahrzeugen und den Ersatzteilbetrieb. Der Vertrag hat bisher eine Laufzeit bis Ende 2022. Ob die zukünftige Tätigkeit durch Opel oder GEFCO erfolgt und welche Auswirkungen das auf die bestehenden Arbeitsplätze in den Warenlagern hat ist offen. Wir werden weiter berichten.


9. August 2018

Klares JA zum Zukunftstarifvertrag an allen Opel-Standorten

In allen deutschen Opel-Standorten wurde über das Verhandlungsergebnis zum neuen Zukunftstarifvertrag abgestimmt. Stimmberechtigt waren die Mitglieder der IG Metall.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Rüsselsheim: 96 % JA-Stimmen

Kaiserslautern: 96 % JA-Stimmen

Eisenach: 95 % JA-Stimmen

Bochum: 90 % JA-Stimmen

Dudenhofen: 99% JA-Stimmen

Die zentralen Punkte des neuen Tarifvertrags sind:

+ Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. Juli 2023!

+ Zusage von Investitionen in Milliardenhöhe in allen Betrieben zur Bestandserhaltung und zur Beschäftigungssicherung

+ Begrenzung des Personalabbaus auf 3700 Stellen (ca. 20% der aktuellen Belegschaft) durch bereits vereinbarte Programme

+ Im Gegenzug wird das tarifliche Zusatzgeld (tarifvertraglich ab 1. Januar 2019 wirksam) ausgesetzt und die Tariferhöhungen werden ab 2020 verzögert ausgezahlt

Regelungen zur Umsetzung des Tarifvertrages werden in weiteren Verhandlungen vereinbart. Dazu gehören Zusagen für die einzelnen Standorte, evtl. Auslagerungen, Partnerschaften, etc.

Nähere Informationen im Infoblatt des Betriebsrates und der IG Metall

In Kürze mehr dazu.


24. November 2017

"Opel-Schließung, Widerstand und Solidarität"

Am 12. Dezember 2014, kurz vor Weihnachten, beendete Opel die Fahrzeugproduktion in Bochum. Für über 3500 Beschäftigte gab es keine Arbeit mehr. Wer das Bochumer Werk betrat, für den war sie nicht zu übersehen: die rote Warnweste im Eingangsbereich des Opel-Hauptgebäudes, 2013 überreicht von den Schülerinnen und Schülern der Anne-Frank-Realschule aus Gladbeck…

Ganz aktuell das Buch (Hundert sieben Sachen) und die Ausstellung des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte mit einem ausführlichen Beitrag zur Geschichte des Bochumer Opel-Werk und der Schließung. Ein Lehrstück zur und über Solidarität...

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Hundert sieben Sachen

BOCHUMER GESCHICHTE IN OBJEKTEN UND ARCHIVALIEN

Ingrid Wölk (Hg.)

Veröffentlicht im Rahmen der Schriftenreihe des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte.

Klartext Verlag, Essen 2017

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Hier der Beitrag (oder Weste anklicken)


Die Chronik in Bildern

"Deutschlands

größter Abriss..."

"Beim Abriss von Opel in Bochum - wohl dem größten Abriss in Deutschland derzeit. Fast alle Gebäude, ein komplettes Autowerk wird abgebrochen, zerkleinert ..., und in Säcke gepackt, wiederverwertet oder abtransportiert…" WAZ am 8.07.2016

Die Bilder vom Abriss und Umbau


Bochum, November 2016

Bochumer Opelaner:

"Rückgrat bewiesen

- Zeichen gesetzt"

Bochumer Opelaner geehrt

In einer Feierstunde wurde der ehemalige Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes mit der Ludwig-Fischer-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung (EAB), geehrt.

Der EAB-Landespräsens Pfarrer Dieter Heising betonte in seiner Laudation, dass man den Kampf um das Bochumer Opel-Werk verloren habe, "aber die Opelaner haben durch ihr unermüdliches und aufrichtiges Engagement für den Standort ein entschiedenes Zeichen gesetzt. Die Auszeichnung stehe für Menschen, die für berechtigte Interessen stritten und in schwierigen Situationen Rückgrat bewiesen haben und nicht den einfachen Weg gewählt haben."

Rainer Einenkel nahm die Auszeichnung auch stellvertretend für die Bochumer Opelaner entgegen. Er bedankte sich für die großartige Solidarität der Menschen in der Region und besonders auch der EAB, die in der jahrelangen Auseinandersetzung immer solidarisch an der Seite der Opelaner gestanden haben. "Diese Solidarität hat uns Mut und Kraft gegeben. Solidarität für unsere Region wird jetzt erst recht wichtig sein!"


Bochum, Oktober 2016

Vertragsbruch durch Opel

Scharfe Kritik von der IG Metall, Betriebsrat und ehemaligen Beschäftigten am Opel-Vorstand. In den Verhandlungen zum Opel-Werk Bochum konnte erreicht werden, dass neben dem Erhalt und Ausbau des Warenersatzteillagers weitere 100 Industriearbeitsplätzen für die gekündigten Opelaner garantiert wurden. Diese Zusage des Opel-Chefs Neumann für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze liegt schriflich der IG Metall vor.

Fast 2.000 der ehemaligen Beschäftigten des Bochumer Opel-Werkes sind immer noch ohne Arbeit (siehe Bericht unten). Esatzarbeitsplätze werden dringend gebraucht, aber Opel ist nicht bereit, die schriftliche Zusage zu erfüllen. Ein weiterer Vertragsbruch.


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"Spaltung der Opel-Belegschaften gelungen!"

Der Fall Opel-Bochum

Im Dezember 2014 wurde das Bochumer Opel-Werk geschlossen.

Wie versprochen liegt die neue aktualisierte Opel-Chronik vor - mit neuen Fakten und Hintergrundinformationen. Eine Chronik des Widerstandes, Hoffnungen, Spaltung, großartiger Solidarität und den Leistungen einer stolzen Bochumer Belegschaft.

"Damit wir aus den Erfahrungen lernen und so etwas niemals wieder passiert," ein betroffener Opelaner.

Zum Sofortlesen:

Der Fall Opel

Zum Ausdrucken:

Chronik _ Der Fall Opel-Bochum [1.208 KB]