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15. November 2018

Weitere Auslagerungen bei Opel

Tausende Beschäftigte betroffen.

Opel und die französische Firma Segula haben am 15.11.18 den Teilverkauf wichtiger Opel-Bereiche vereinbart. Künftig werden bis zu 2000 Opel-Beschäftigte aus dem Opel-Entwicklungszentrum und dem Testzentrum Dudenhofen Ingenieure in Rüsselsheim für Segula arbeiten.

Die Gewerkschaft ist über die Pläne entsetzt, wurde in den Medien gemeldet. Mit dem Betriebsrat sei nicht verhandelt worden, teilte die IG Metall zusätzlich mit und verwies auf das Betriebsverfasssungsgesetz. Das schreibe vor, dass in solchen Fällen ein Interessenausgleich zu verhandeln sei. Nicht einmal eine erste Verhandlung habe dazu stattgefunden.

"Die Intransparenz gegenüber IG Metall, Betriebsrat und Beschäftigten kann so nicht weitergehen", sagte IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger.

Auch die IG Metall-Vertrauensleute bei Opel lehnen den geplanten Teilverkauf des ITEZ an Segula geschlossen ab. "Opel kann ohne ein vollständiges Entwicklungszentrum nicht erfolgreich sein", heißt es in einer Resolution der Vertrauensleute.

Verhandlung am Oberlandesgericht Frankfurt wegen "rechtswidriger Schließung von Opel-Bochum"

Weihnachten 2014 wurde das Opel-Werk Bochum geschlossen. Am 17. Januar 2019 gibt es dazu eine weitere (mündliche) Verhandlung am Oberlandesgericht Frankfurt. "Mit der rechtswidrigen Schließung des Bochumer Werkes kann sich ab jetzt kein Opelaner und kein Opel-Werk mehr sicher fühlen! Der Prozeß geht alle an!" Es stimmt, wie man erneut erlebt...


September/Oktober 2018

PSA schließt Logistik-Zentrum bei Rieste (Niedersachsen)

Die neue Opel-Mutter PSA Peugeot/Citroen schließt im Frühjahr 2019 sein Logistik-Zentrum im Niedersachsenpark bei Rieste (Landkreis Osnabrück). Mindestens 80 Mitarbeiter verlieren dann ihren Arbeitsplatz. Der Betriebsrat des Werkes Rieste wird einen Sozialplan verhandeln.

Das PSA-Logistikzentrum in Rieste war übrigens neu errichtet und wurde erst im Frühsommer 2016 durch PSA in einer großen Feierstunde eingeweiht und bezogen. Jetzt wird es geschlossen.

Ob und in welcher Form die Arbeit nach Bochum kommt, "steht in den Sternen", schrieb die WAZ. Bereits 2016 hatte PSA und das Logistikunternehmen GEFCO einen Exklusivvertrag unterzeichnet. Der Vertrag regelt für die gesamte PSA-Gruppe die weltweite Verteilung von Komponenten für die Produktions- und Montageanlagen sowie den Transport von Fertigfahrzeugen und den Ersatzteilbetrieb. Der Vertrag hat bisher eine Laufzeit bis Ende 2022. Ob die zukünftige Tätigkeit durch Opel oder GEFCO erfolgt und welche Auswirkungen das auf die bestehenden Arbeitsplätze in den Warenlagern hat ist offen. Wir werden weiter berichten.


9. August 2018

Klares JA zum Zukunftstarifvertrag an allen Opel-Standorten

In allen deutschen Opel-Standorten wurde über das Verhandlungsergebnis zum neuen Zukunftstarifvertrag abgestimmt. Stimmberechtigt waren die Mitglieder der IG Metall.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Rüsselsheim: 96 % JA-Stimmen

Kaiserslautern: 96 % JA-Stimmen

Eisenach: 95 % JA-Stimmen

Bochum: 90 % JA-Stimmen

Dudenhofen: 99% JA-Stimmen

Die zentralen Punkte des neuen Tarifvertrags sind:

+ Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. Juli 2023!

+ Zusage von Investitionen in Milliardenhöhe in allen Betrieben zur Bestandserhaltung und zur Beschäftigungssicherung

+ Begrenzung des Personalabbaus auf 3700 Stellen (ca. 20% der aktuellen Belegschaft) durch bereits vereinbarte Programme

+ Im Gegenzug wird das tarifliche Zusatzgeld (tarifvertraglich ab 1. Januar 2019 wirksam) ausgesetzt und die Tariferhöhungen werden ab 2020 verzögert ausgezahlt

Regelungen zur Umsetzung des Tarifvertrages werden in weiteren Verhandlungen vereinbart. Dazu gehören Zusagen für die einzelnen Standorte, evtl. Auslagerungen, Partnerschaften, etc.

Nähere Informationen im Infoblatt des Betriebsrates und der IG Metall

In Kürze mehr dazu.


Juni/Juli 2018

Aktuell: Die Bochumer Kontakt- und Beratungsstelle für betriebliche Altersversorgung wird aufgelöst. Die Beratung für tausende Bochumer Opelrentner und Angehörige geht nach Rüsselsheim in Fremdvergabe. Kontakt nur noch per Telefon oder schriftlich möglich (Neue Kontakte siehe unten)!


Fragen & Antworten zur

Betrieblichen Altersversorgung (OVK)

Unabhängig von dieser bedenklichen Entscheidung erreichen uns immer wieder Fragen zur betrieblichen Altersversorgung. Aus gegebenen Anlass nachfolgend einige wichtige Fragen und Antworten zum Thema:


24. November 2017

"Opel-Schließung, Widerstand und Solidarität"

Am 12. Dezember 2014, kurz vor Weihnachten, beendete Opel die Fahrzeugproduktion in Bochum. Für über 3500 Beschäftigte gab es keine Arbeit mehr. Wer das Bochumer Werk betrat, für den war sie nicht zu übersehen: die rote Warnweste im Eingangsbereich des Opel-Hauptgebäudes, 2013 überreicht von den Schülerinnen und Schülern der Anne-Frank-Realschule aus Gladbeck…

Ganz aktuell das Buch (Hundert sieben Sachen) und die Ausstellung des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte mit einem ausführlichen Beitrag zur Geschichte des Bochumer Opel-Werk und der Schließung. Ein Lehrstück zur und über Solidarität...

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Hundert sieben Sachen

BOCHUMER GESCHICHTE IN OBJEKTEN UND ARCHIVALIEN

Ingrid Wölk (Hg.)

Veröffentlicht im Rahmen der Schriftenreihe des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte.

Klartext Verlag, Essen 2017

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Hier der Beitrag (oder Weste anklicken)



Oktober 2017

Drastischer Job-Abbau im Astra-Werk in England

Europäischer Betriebsrat gefordert!

Die Belegschaft im englischen Astra-Werk Ellesmere-Port wurde informiert, dass PSA als neuer Eigentümer 400 Arbeitsplätze nach Weihnachten streichen wird. Anfang 2018 soll zusätzlich eine Schicht gestrichen werden und somit nur noch im Einschichtbetrieb produziert werden. Ein weiterer Arbeitsplatzabbau wurde nicht ausgeschlossen.

In der Belegschaft wachsen die Sorgen über die Zukunft des Werkes. Mit der Streichung einer Schicht und dem drastischen Personalabbau sinkt zwangsläufig die Rentabilität der Einrichtungen. In England wird befürchtet, dass das Werk Ellesmere-Port erneut akut gefährdet ist. Drei Viertel seiner Komponenten werden einführt (u.a. aus Kaiserslautern) und 80 Prozent seiner Fahrzeuge werden exportiert. Der Standort ist völlig abhängig vom Astra.

Das Werk Ellesmere-Port hatte 2012 die Astra-Produktion zugesagt bekommen, nachdem die englischen Gewerkschaften und Betriebsräte das Solidaritätsversprechen der Standorte gebrochen und heimlich verhandelt hatten: Das Werk Ellesmere Port bekam den neuen Astra und Opel-Bochum wurde geschlossen. Der Vorsitzende des englischen Betriebsrates erklärte später selbstkritisch: "Opel und GM ist die Spaltung des europäischen Betriebsrates gelungen".

Ausführlich dargestellt in der Chronik: "Der Fall Opel-Bochum"

Jetzt wiederholt sich die Geschichte. Die aktuelle Generation des Astra geht 2021 zu Ende und wahrscheinlich wird es zwischen Ellesmere Port, dem polnischen Opel-Werk in Gliwice und möglicherweise die PSA-Werke Sochaux und Mulhouse in Frankreich einen "Wettbewerb" um die Rechte für den Bau des nächsten Modells geben. Bittere Zeiten und weitere drastische Einschnitte drohen.

Jetzt ist der europäische Betriebsrat am Zuge. Die Erfahrungen mit Bochum mahnen…



Bilder vom 8.07.2017 aus dem ehemaligen Bochumer Opel-Werk. 2014 haben hier noch über 4.000 Menschen gearbeitet. Die Opel-Schließung war eine beispiellose Verletzung der Mitbestimmungs- und Kontrollrechte des Aufsichtsrates und der Gewerkschaften...


April 2017

Rechtsstreit wegen Werksschließung


Landgericht weist Klage ab. Aber es bleibt dabei:

"Werksschließung war eine beispiellose

Verletzung der Mitbestimmungsrechte"

Die schriftliche Erklärung des Gerichtes im Rechtsstreit "Rainer Einenkel / Adam Opel AG" liegt vor. Nach über dreieinhalb Jahren Verfahrensdauer hat das Landgericht Darmstadt die Klage zur Schließung des Bochumer Opel-Werkes abgewiesen. Die Entscheidung des Gerichtes bleibt enttäuschend und nicht nachvollziehbar.

Der Schließungsbeschluss im Aufsichtsrat war im April 2013 gegen die Stimmen ALLER Arbeitnehmer und der IG Metall erfolgt. Der Beschluss und die anderthalb Jahre später erfolgte Schließung des Bochumer Werkes war und bleibt eine beispiellose Verletzung der Mitbestimmungs-, Überwachungs- und Kontrollrechte des Aufsichtsrates. Die Medien schreiben: "Man hatte auf ein Grundsatzurteil gehofft, um Konzernen künftig Werksschließungen zu erschweren…". Gerade bei den aktuellen Verhandlungen zur Zukunft der Opel-Werke wäre eine Stärkung der Arbeitnehmerseite und besonders der Gewerkschaften im Aufsichtsrat wichtig gewesen.

Hier weitere Informationen zum bisherige Verlauf des Verfahrens:

Klage gegen die Schließung


Bochum, Januar 2017

Steuerzahler zahlen

für Opel-Schließung

Erst hat das Land NRW für die Ansiedlung von Opel gezahlt und jetzt zahlt das Land, also wir Steuerzahler, für die Folgeschäden. Bereits in der Vergangenheit haben Betriebsrat und Gewerkschaften aufgezeigt, dass die Kosten falsch gerechnet wurden und die Schließung teurer als von Opel angegeben sein wird. Übrigens ein wichtiger Punkt in der Klage am Landgericht Darmstadt gegen die Opel-Schließung.

Betriebsrat, Stadt Bochum, IHK, Gewerkschaften, Ruhr-Uni und Hochschule Aachen hatten vor wenigen Jahren konkrete Projekte vorgelegt, um auf freien Opel-Flächen neue Betriebe von Zulieferern oder auch für E-Fahrzeuge anzusiedeln. Es wäre billiger als heute geworden und hätte sicherlich die Schließung von Opel-Bochum verhindert. Das Unternehmen wollte es nicht. Hier ist die Politik und die Gesellschaft gefordert..

Weitere Informationen dazu unter Facebook

https://www.facebook.com/rainer.einenkel

Die aktuelle WDR-Meldung zur Sache:

Altes Opel-Gelände in Bochum verschlingt Millionen

+ Abriss läuft seit zwei Jahren

+ Kosten für Entwicklung des Geländes explodieren

+ Minus von 33 Millionen Euro errechnet



Die Chronik in Bildern

"Deutschlands

größter Abriss..."

"Beim Abriss von Opel in Bochum - wohl dem größten Abriss in Deutschland derzeit. Fast alle Gebäude, ein komplettes Autowerk wird abgebrochen, zerkleinert ..., und in Säcke gepackt, wiederverwertet oder abtransportiert…" WAZ am 8.07.2016


Bochum, November 2016

Bochumer Opelaner:

"Rückgrat bewiesen

- Zeichen gesetzt"

Bochumer Opelaner geehrt

In einer Feierstunde wurde der ehemalige Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes mit der Ludwig-Fischer-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung (EAB), geehrt.

Der EAB-Landespräsens Pfarrer Dieter Heising betonte in seiner Laudation, dass man den Kampf um das Bochumer Opel-Werk verloren habe, "aber die Opelaner haben durch ihr unermüdliches und aufrichtiges Engagement für den Standort ein entschiedenes Zeichen gesetzt. Die Auszeichnung stehe für Menschen, die für berechtigte Interessen stritten und in schwierigen Situationen Rückgrat bewiesen haben und nicht den einfachen Weg gewählt haben."

Rainer Einenkel nahm die Auszeichnung auch stellvertretend für die Bochumer Opelaner entgegen. Er bedankte sich für die großartige Solidarität der Menschen in der Region und besonders auch der EAB, die in der jahrelangen Auseinandersetzung immer solidarisch an der Seite der Opelaner gestanden haben. "Diese Solidarität hat uns Mut und Kraft gegeben. Solidarität für unsere Region wird jetzt erst recht wichtig sein!"


Bochum, Oktober 2016

Vertragsbruch durch Opel

Scharfe Kritik von der IG Metall, Betriebsrat und ehemaligen Beschäftigten am Opel-Vorstand. In den Verhandlungen zum Opel-Werk Bochum konnte erreicht werden, dass neben dem Erhalt und Ausbau des Warenersatzteillagers weitere 100 Industriearbeitsplätzen für die gekündigten Opelaner garantiert wurden. Diese Zusage des Opel-Chefs Neumann für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze liegt schriflich der IG Metall vor.

Fast 2.000 der ehemaligen Beschäftigten des Bochumer Opel-Werkes sind immer noch ohne Arbeit (siehe Bericht unten). Esatzarbeitsplätze werden dringend gebraucht, aber Opel ist nicht bereit, die schriftliche Zusage zu erfüllen. Ein weiterer Vertragsbruch.


Bochum, Juni 2016

Abfindungen: Opel verliert vor Gericht

Doch Opel bleibt stur und unbelehrbar

gegenüber der ehemaligen Belegschaft

Das Landesarbeitsgericht Hamm hat am Donnerstag, 2. Juni 2016, entschieden, dass behinderte Opelaner bei Abfindungen nicht benachteiligt werden dürfen. Bereits vorher hatte das Arbeitsgericht Bochum für die ehemaligen Opelaner eine positive Entscheidung gefällt. Im Schnitt geht es um ca. 36.000 Euro pro Mitarbeiter und eine Gesamtsumme von über 2 Millionen Euro, die Opel insgesamt den Beschäftigten zahlen müßte.

Nach dem Motto: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert!", hat das Unternehmen angekündigt, diese Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Hamm nicht zu akzeptieren und will nun eine Klärung vor dem Bundesarbeitsgericht.

Somit droht also weiterhin eine jahrelange Hängepartie und ein übles "auf Zeit spielen" zu Lasten der Menschen, die jahrelang bei Opel gearbeitet, den Profit des Konzerns gemehrt und oftmals im Betrieb ihre Gesundheit gelassen haben.


August 2015

"Spaltung der Opel-Belegschaften gelungen!"

Der Fall Opel-Bochum

Im Dezember 2014 wurde das Bochumer Opel-Werk geschlossen.

Wie versprochen liegt die neue aktualisierte Opel-Chronik vor - mit neuen Fakten und Hintergrundinformationen. Eine Chronik des Widerstandes, Hoffnungen, Spaltung, großartiger Solidarität und den Leistungen einer stolzen Bochumer Belegschaft.

"Damit wir aus den Erfahrungen lernen und so etwas niemals wieder passiert," ein betroffener Opelaner.

Zum Sofortlesen:

Der Fall Opel

Zum Ausdrucken:

Chronik _ Der Fall Opel-Bochum [1.208 KB]

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Unbedingt anschauen:

Opel-Solidarität

Hunderte Solidaritätserklärungen haben uns erreicht...